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Upsell Funnel für Onlinehändler: So steigern Sie den Warenkorbwert nach dem Kauf

17. Oktober 2026
Upsell Funnel für Onlinehändler: So steigern Sie den Warenkorbwert nach dem Kauf

Ein Upsell Funnel erhöht den Average Order Value, wenn Sie relevante Post-Purchase-Angebote mit minimaler Reibung schalten. Nach dem Kauf sehen Kundinnen und Kunden ein passendes Zusatzangebot, das sich mit einem Klick buchen lässt, ohne die Zahlungsdaten erneut einzugeben. Starten Sie mit einem einzigen, thematisch passenden Offer und messen Sie den AOV vor und nach dem Start.


Kurz gesagt:

  • Nach bestätigter Zahlung zeigen Sie die Bestellbestätigung und danach ein passendes Angebot zur Buchung mit einem Klick; zusätzliche Entscheidungen im Bezahlvorgang können Kaufabbrüche fördern.
  • Personalisierung bringt laut McKinsey typischerweise 10–15 Prozent mehr Umsatz; Spitzenwerte von 25 Prozent oder mehr hängen jedoch von Branche und Fähigkeiten ab.
  • Vergleichen Sie eine Testgruppe mit einer Kontrollgruppe ohne Angebot und messen Sie Zusatzumsatz, Bestellwert, Annahmequote sowie Retouren, um bloße Umsatzverschiebungen zu erkennen.
  • Ein-Klick-Buchungen funktionieren nur, wenn Ihr Zahlungsanbieter die erneute Nutzung eines Zahlungstokens erlaubt; manche Zahlungsarten verlangen trotzdem eine erneute Bestätigung durch den Kunden.
  • Zeigen Sie pro Bestellung höchstens ein Hauptangebot und nur nach dessen Ablehnung einen Downsell mit echtem Preisvorteil; weitere Angebote können die Wirkung verwässern.

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Inhaltsverzeichnis

Was ein Upsell Funnel ist und wie er aufgebaut ist

Ein Upsell Funnel ist eine geplante Abfolge von Angeboten, die Sie einem Kunden rund um den Kaufabschluss zeigen. Das Ziel: mehr Wert pro Bestellung, ohne neue Kunden gewinnen zu müssen. Wer bereits gekauft hat, vertraut Ihnen schon, und genau das macht den Moment so wertvoll.

Der Grundaufbau folgt immer demselben Muster: Ein Trigger löst das Angebot aus, zum Beispiel die bestätigte Zahlung. Dann erscheint das Offer. Der Kunde stimmt zu oder lehnt ab. Bei Zustimmung folgt die Bestätigung, bei Ablehnung gegebenenfalls ein günstigeres Downsell-Angebot. Danach landet er auf der Dankeseite.

Je nach Platzierung unterscheiden wir vier Varianten:

  • Im Warenkorb (In-Cart): Das Angebot erscheint, bevor der Kunde zur Kasse geht, etwa als Hinweis auf eine Zubehör-Option.
  • Im Checkout eingeblendet: Eine zusätzliche Entscheidung mitten im Bezahlvorgang. Das ist die riskanteste Variante.
  • Post-Purchase (One-Click): Das Angebot kommt direkt nach der Zahlung, der Kauf läuft über die bereits hinterlegten Zahlungsdaten.
  • Nachgelagert: Das Angebot kommt später per E-Mail, etwa Tage nach der Lieferung.

Die Reihenfolge der Angebote entscheidet über den Erfolg. Das stärkste, relevanteste Offer gehört an die erste Stelle, denn dort ist die Aufmerksamkeit am höchsten. Ein zweites Angebot kommt nur dann, wenn das erste abgelehnt wurde und der Downsell einen echten Preisvorteil bietet. Wer drei, vier Angebote hintereinander schaltet, verwässert die Wirkung und ärgert Kunden.

Wie ein Funnel in Ihre gesamte Vertriebsstrecke passt, zeigt unser Leitfaden zum Erstellen von Sales Funnels für KMU.

Warum sich Upsell Funnels lohnen: Nutzen und KPIs

Ein Upsell kostet Sie keine Werbeausgaben. Der Kunde ist schon da, die Zahlung ist durch. Jeder zusätzliche Euro Umsatz fällt deshalb fast vollständig als Deckungsbeitrag an, abzüglich Produktkosten und Versand.

Entscheidend ist, was Sie messen. Diese Kennzahlen gehören auf Ihr Dashboard:

  • Average Order Value (AOV): der durchschnittliche Bestellwert, Ihre wichtigste Leitgröße.
  • Upsell-Conversion-Rate: Anteil der Kunden, die das Zusatzangebot annehmen.
  • Incremental Revenue: der Umsatz, den es ohne Funnel nicht gegeben hätte. Nur dieser Wert zählt wirklich.
  • Customer Lifetime Value (CLV): zeigt, ob Upsells die Kundenbeziehung stärken oder belasten.

Zur Größenordnung, die Sie erwarten dürfen: Gut umgesetzte Personalisierung bringt typischerweise einen Umsatzlift von 10–15 %, Spitzenreiter erreichen laut McKinsey bis zu 25 % oder mehr, abhängig von Branche und Fähigkeiten.

Gut skalierte Personalisierung liefert laut McKinsey typischerweise 10–15 % Umsatzlift. Das ist keine Garantie für Ihren Shop, aber ein realistischer Rahmen für die Planung.

Bleiben Sie bei Zahlen ehrlich. Ein Upsell, der zusätzlichen Umsatz bringt, aber zu mehr Retouren oder genervten Kunden führt, verliert langfristig. Betrachten Sie deshalb immer beides: den kurzfristigen Zusatzumsatz und die Wiederkaufrate im weiteren Verlauf. Wie Sie Bestandskunden dauerhaft halten, beschreibt unser Leitfaden zur Kundenbindung für KMU.

Welche Upsell-Formate es gibt

Nicht jedes Format passt zu jedem Shop. Hier die gängigen Varianten mit typischem Einsatz:

  • One-Click-Upsell: Die Zahlung ist bereits verarbeitet, der Kunde bestätigt das Zusatzprodukt mit einem Klick. Ideal für günstige, klar verständliche Ergänzungen.
  • Bundle- und Mengen-Upsell: Sie bündeln Produkte, die zusammengehören, oder bieten die doppelte Menge mit Preisvorteil an.
  • Downsell: Lehnt der Kunde ab, bekommt er eine kleinere oder günstigere Alternative.
  • Cross-Sell: ein ergänzendes Produkt statt einer Aufwertung desselben Artikels. Eine Hülle zum Handy ist ein Cross-Sell, das Modell mit mehr Speicher ein Upsell.

Ein Beispielablauf für einen Händler mit Kaffeebohnen sieht so aus:

  1. Der Kunde kauft Bohnen und bezahlt.
  2. Direkt danach erscheint das Angebot: weitere Bohnen zum reduzierten Preis, mit einem Klick bestellbar.
  3. Lehnt der Kunde ab, erscheint der Downsell: ein kleineres Päckchen zum Probierpreis.
  4. Danach folgt die Bestätigung mit Lieferinfo.

Ein Bundle funktioniert nur, wenn die Kombination logisch ist. Willkürlich zusammengewürfelte Pakete wirken wie Ladenhüter-Verwertung, und genau so werden sie auch wahrgenommen. Prüfen Sie jedes Offer mit einer einfachen Frage: Würde ich das einem Freund empfehlen, der gerade das Hauptprodukt gekauft hat?

Eine Schritt-für-Schritt-Umsetzung für Shopify finden Sie in unserem Beitrag zum One-Click-Upsell für Shopify.

Platzierung und Timing: Warum Post-Purchase oft gewinnt

Der Checkout ist der heikelste Moment im gesamten Shop. Der Kunde will bezahlen und fertig sein. Jede zusätzliche Entscheidung kostet Aufmerksamkeit und kann den Kauf kippen.

Baymard weist darauf hin, dass Cross-Sells und Upsells im Checkout sehr sorgfältig gestaltet werden müssen: Erzwungene aktive Entscheidungen vor Abschluss führen häufig zu Frustration und Checkout-Abbrüchen.

Optionen wie Kontoerstellung oder andere Engagement-Aufrufe gehören nach Abschluss des Checkouts, nicht davor.

Sinngemäß nach den Empfehlungen zur Post-Checkout-UX von Baymard

Das gleiche Prinzip gilt für Upsells. Nach der Zahlung ist die Kaufentscheidung gefallen, der Druck weg. Der Kunde ist offen für eine zusätzliche Idee, und Sie riskieren die ursprüngliche Bestellung nicht mehr. Dazu kommt: Bei der One-Click-Variante entfällt das Ausfüllen von Formularen, die kognitive Last ist minimal.

Die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat:

  • Bestätigung: Die Bestellung ist angekommen, das zeigen Sie zuerst klar an.
  • Upsell: ein einziges, relevantes Hauptangebot.
  • Downsell: nur bei Ablehnung, mit echtem Preisvorteil oder kleinerer Menge.
  • Dankeseite: mit Lieferinformation und gegebenenfalls Kontoerstellung.

Wer im Checkout selbst optimieren will, findet Hebel in unserem Beitrag zur Checkout-Optimierung für KMU.

So gestalten Sie überzeugende Upsell-Angebote

Ein Angebot überzeugt, wenn der Zusatznutzen auf den ersten Blick klar ist. Das Offer muss thematisch zum gekauften Produkt passen. Wer Laufschuhe kauft, nimmt Funktionssocken eher an als einen Wasserkocher.

Zur Preisgestaltung gibt es zwei Grundmodelle. Ein fester Zusatzpreis („nur 12 € extra“) ist greifbarer, weil der Kunde sofort sieht, was er zahlt. Testen Sie verschiedene Modelle, denn welches Modell besser läuft, hängt von Produkt und Zielgruppe ab.

Bundles bieten Ihnen Spielraum: Sie können Artikel mit hoher Marge an Bestseller koppeln und den Gesamtpreis trotzdem attraktiv halten. Wichtig ist, dass der Kunde den Vorteil rechnen kann. Nennen Sie die Ersparnis konkret, etwa „Einzeln 49 €, im Set 39 €“.

Diese Checkliste hilft beim Offer-Design:

  • Klare Headline: Sie benennt den Nutzen, nicht das Produkt. „Ihr Kaffee bleibt länger frisch“ schlägt „Vakuumdose Premium“.
  • Nutzen-Bullets: drei kurze Punkte, jeder mit einem konkreten Vorteil.
  • Sichtbarer Button: eine einzige Handlung, eindeutig beschriftet.
  • Social Proof: eine echte Kundenstimme oder Bewertung, nur wenn sie tatsächlich vorliegt.
  • Preis und Ablehnung: Der Preis steht gut sichtbar, und der Weg zum „Nein, danke“ ist leicht zu finden.

Profi-Tipp: Zeigen Sie beim Upsell nie mehr als ein Produkt gleichzeitig. Eine einzige klare Entscheidung konvertiert besser als eine Auswahl, bei der der Kunde erst vergleichen muss.

Ein ehrlicher Hinweis zur Relevanz: Der häufigste Grund für schwache Upsells ist nicht der Preis, sondern ein unpassendes Angebot. Bevor Sie am Rabatt drehen, prüfen Sie zuerst, ob Produkt und Kunde wirklich zusammenpassen.

Personalisierung und Segmentierung im Upsell Funnel

Ein Angebot für alle ist bequem, aber selten das beste. Personalisierung hebt die Trefferquote, weil Sie jedem Kunden das zeigen, was zu seinem Kauf passt. McKinsey beschreibt, dass Organisationen, die Personalisierung skalieren, deutlich höhere Umsätze und bessere Kundenbindung erreichen. Voraussetzung sind brauchbare Daten, saubere Auswertung und regelmäßiges Testen.

Auch die Harvard Business Review betont, wie wichtig es ist, Kundenbedürfnisse vorherzusehen und passende Angebote rechtzeitig zu liefern.

Für den Einstieg reichen drei Segmente:

  • Erstkäufer gegenüber Wiederkäufern: Erstkäufer brauchen ein niedrigschwelliges Angebot, Wiederkäufer vertragen auch höherwertige Pakete.
  • Warenkorbinhalt: Wer ein Hauptprodukt gekauft hat, bekommt das passende Zubehör. Das ist die einfachste und wirksamste Regel.
  • Wertcluster: Kunden mit hohem bisherigen Umsatz sehen andere Offers als Schnäppchenjäger.

Die Umsetzung muss nicht kompliziert sein. Fangen Sie mit festen Regeln an: „Wenn Produkt A im Warenkorb, dann Angebot B“. Sobald genug Daten vorliegen, können Sie Propensity-Scores einsetzen, die die Kaufwahrscheinlichkeit schätzen, oder einen Next-Best-Action-Ansatz, der pro Kunde das wahrscheinlich erfolgreichste Angebot auswählt.

Wichtiger als jede Technik ist die Disziplin: Pro Segment ein klares Angebot, ein Messzeitraum, ein Ergebnis. Erst wenn ein Segment verstanden ist, kommt das nächste dazu. Wer alles gleichzeitig startet, weiß am Ende nicht, was gewirkt hat.

Technisches Setup: Trigger, Prioritäten und One-Click-Mechanik

Hier wird es für Entwickler und Marketingteams konkret. Ein sauberer Funnel steht und fällt mit klaren Regeln. Beginnen wir mit den Triggern.

Vom Kaufimpuls bis zum Upsell-Angebot

Der zuverlässigste Auslöser ist die bestätigte Zahlung, also der Moment, in dem Ihr Zahlungsanbieter den Erfolg meldet. Alternativ nutzen Sie einen Webhook für abgeschlossene Bestellungen oder Session-Flags, die den Status der aktuellen Sitzung festhalten. Verlassen Sie sich nie allein auf das Laden einer Seite, denn Kunden schließen Tabs oder laden neu.

Die Einrichtung in sieben Schritten:

  1. Ereignis festlegen: Definieren Sie, welches Signal den Funnel startet, zum Beispiel „Zahlung bestätigt“.
  2. Bestellung prüfen: Der Trigger greift nur bei gültigen, bezahlten Bestellungen, nicht bei Testkäufen oder Stornos.
  3. Offer auswählen: Eine Regeltabelle ordnet jedem Hauptprodukt ein Angebot zu.
  4. Seite ausspielen: Das Offer erscheint sofort, ohne Zwischenschritt.
  5. Entscheidung verarbeiten: Zustimmung löst eine Zusatzbestellung aus, Ablehnung den Downsell oder die Dankeseite.
  6. Bestellung verbuchen: Die Zusatzposition wird an die Ursprungsbestellung gehängt oder als eigene Bestellung angelegt.
  7. Ereignisse protokollieren: Anzeige, Klick, Annahme und Ablehnung landen im Tracking.

Für die Steuerung der Angebote brauchen Sie feste Regeln:

  • Priorität: Bei mehreren passenden Offers gewinnt jenes mit dem höchsten Rang oder der besten bisherigen Conversion.
  • Frequency-Cap: Ein Kunde sieht dasselbe Angebot nicht mehrfach, auch nicht bei der nächsten Bestellung kurz danach.
  • Maximale Anzahl: Pro Bestellung zeigen Sie höchstens ein Upsell und einen Downsell.
  • Fallback: Fehlen Zahlungsdaten oder schlägt die Abbuchung fehl, entfällt das Angebot, und der Kunde landet ohne Fehlermeldung auf der Dankeseite.

Die One-Click-Mechanik setzt voraus, dass Sie die Zahlungsinformationen des ursprünglichen Kaufs erneut verwenden dürfen. Das geht in der Regel über ein Zahlungs-Token Ihres Anbieters, das die Karte oder Zahlungsart referenziert, ohne sensible Daten bei Ihnen zu speichern. Klären Sie vorab, ob Ihr Zahlungsanbieter das für die jeweilige Zahlungsart erlaubt und ob zusätzliche Authentifizierung des Kunden nötig wird. Nicht jede Zahlungsart eignet sich, bei manchen muss der Kunde jeden Betrag erneut bestätigen.

Zwei Punkte werden oft unterschätzt. Erstens: die mobile Darstellung. Viele Besuche kommen in Shops vom Smartphone, also müssen Buttons groß und die Seite schnell sein. Zweitens: das Tracking. Jedes Offer braucht eine eindeutige Kennung, damit Sie später Umsatz, Annahmequote und Retouren zuordnen können.

Wer Websites für Kunden aufsetzt und übergibt, findet technische Hinweise zu Hosting und Übergabe in diesem Leitfaden für Agenturen.

Copywriting und UX für Upsell-Seiten

Eine Upsell-Seite hat wenige Sekunden. Der erste Satz muss den Nutzen klar machen, der Preis muss sofort sichtbar sein, und die Entscheidung muss leicht fallen.

Ein bewährter Aufbau: eine Zeile, die an den gerade gekauften Artikel anknüpft („Passend zu Ihrer Bestellung“), dann der konkrete Vorteil, dann der Preis, dann der Button. Alles darüber hinaus lenkt ab.

  • Einstieg mit Nutzen: Sagen Sie, was der Kunde davon hat, nicht, was das Produkt kann.
  • Preis offen zeigen: Verstecken Sie Kosten nie im Kleingedruckten. Wer sich überrumpelt fühlt, storniert oder meldet sich beim Support.
  • Kurze Nutzen-Bullets: höchstens drei, je eine Zeile.
  • Vertrauenssignale: Rückgabebedingungen, Lieferzeit und gegebenenfalls Kundenbilder sind sichtbar, aber nicht aufdringlich.
  • Klare Ablehnung: Ein deutlich erkennbarer „Nein, danke“-Link senkt das Misstrauen und verhindert Frust.

Mobil gelten eigene Regeln. Große Buttons, die man mit dem Daumen trifft, kurze Texte und keine Formulare. Wenn der Kunde zum Annehmen tippen muss, aber den Button erst suchen muss, verlieren Sie ihn.

Profi-Tipp: Testen Sie die Beschriftung des Buttons. „Ja, zu meiner Bestellung hinzufügen“ ist oft stärker als ein allgemeines „Jetzt kaufen“, weil es klar macht, dass nichts Neues beginnt.

Ein Wort zur Fairness: Drängende Formulierungen wie „Letzte Chance, nie wieder!“ wirken schnell unseriös, wenn sie nicht stimmen. Bei einem Post-Purchase-Angebot ist ein ruhiger, sachlicher Ton meist die bessere Wahl, schließlich hat der Kunde Ihnen gerade sein Vertrauen geschenkt.

Testing, Messaufbau und Optimierungsschleifen

Ohne Test wissen Sie nicht, ob der Funnel Umsatz bringt oder nur umverteilt. Der Kern ist ein Vergleich: Eine Gruppe sieht das Upsell, eine Kontrollgruppe nicht. Nur so erkennen Sie den echten Zusatzumsatz.

Der Ablauf einer Testschleife:

  1. Hypothese formulieren: zum Beispiel „Ein fester Zusatzpreis konvertiert besser als ein Prozentrabatt“.
  2. Variante bauen: Verändern Sie nur eine Sache pro Test.
  3. Verteilung festlegen: Kunden werden zufällig den Gruppen zugeteilt, idealerweise im Verhältnis 50:50.
  4. Laufzeit definieren: Der Test läuft, bis genügend Bestellungen vorliegen, nicht bis zum ersten schönen Ergebnis.
  5. Auswerten: Vergleichen Sie Nettoumsatz, AOV und Annahmequote.
  6. Nebenwirkungen prüfen: Schauen Sie auf Retouren, Abmeldungen vom Newsletter und Support-Anfragen.
  7. Entscheiden und wiederholen: Die Gewinnervariante wird zum neuen Standard, dann startet der nächste Test.

Baymard rät dazu, Engagement-Optionen wie Upsells erst nach Abschluss des Checkouts zu platzieren. Ein Test gegen eine Variante im Checkout liefert Ihnen dazu die eigenen Zahlen.

Gute Hypothesen für den Anfang betreffen den Preis (fester Betrag oder Prozent), das Format (Einzelprodukt oder Bundle), die Reihenfolge (Upsell zuerst oder Downsell zuerst) und die Ansprache je Segment.

Achten Sie auf saubere Attribution. Jede Bestellung braucht die Information, welche Variante der Kunde gesehen hat. Fehlt sie, sind alle Auswertungen wertlos. Prüfen Sie außerdem, ob Zusatzumsätze nicht nur Käufe vorziehen, die der Kunde ohnehin später getätigt hätte. Ein Vergleich der Wiederkaufrate nach vier bis acht Wochen deckt das auf.

Zum Vergleich mit anderen Maßnahmen lohnt ein Blick auf Abandoned-Cart-E-Mails, denn sie zeigen, wie viel Umsatz an anderer Stelle der Strecke liegen bleibt.

Praktische Beispiele und Vorlagen für Onlinehändler

Zwei Vorlagen, die Sie direkt anpassen können.

Vorlage 1: physischer Artikel mit Zubehör-Bundle. Ein Händler verkauft Kaffeemaschinen.

  1. Der Kunde kauft die Maschine und bezahlt.
  2. Das Offer erscheint: „Entkalker und Reinigungstabs im Set, passend zu Ihrer Maschine“.
  3. Bei Ablehnung folgt der Downsell: nur die Reinigungstabs zu einem kleinen Preis.
  4. Danach kommt die Dankeseite mit Lieferinfo.

Vorlage 2: digitales Produkt mit Support-Upgrade. Ein Anbieter verkauft einen Online-Kurs.

  1. Der Kunde kauft den Kurs und erhält Zugang.
  2. Das Offer: „Persönliche Rückfragen-Runde per Video, mit einem Klick dazubuchen“.
  3. Bei Ablehnung: ein günstigeres Paket mit schriftlichem Feedback.

Kurztexte zum Anpassen:

  • Headline: „Machen Sie Ihre Bestellung komplett.“
  • Nutzen: „Passt genau zu Ihrem Produkt“, „Spart Ihnen die Suche“, „Wird mit Ihrer Bestellung geliefert“.
  • Button: „Ja, zur Bestellung hinzufügen“.
  • Downsell-Text: „Lieber eine kleinere Variante? Hier die Basisversion zum Einstiegspreis.“

Häufige Fehler beim Einführen von Upsell Funnels

Die meisten Probleme sind vermeidbar:

  • Zu viele Angebote auf einmal: Mehr als ein Upsell und ein Downsell überfordern. Aggressive Unterbrechungen im Checkout kosten zusätzlich Bestellungen.
  • Keine Personalisierung, kein Testen: Ein Standardangebot für alle und keine Auswertung führen zu schwachen Ergebnissen, ohne dass Sie den Grund erkennen.
  • Unklare Preis- und Rückgabeinfos: Wer nicht weiß, was er zahlt oder wie er zurückgeben kann, lehnt ab oder beschwert sich später.

Mein Rat für KMU: klein anfangen, nach vier Wochen entscheiden

Ich sehe oft, dass kleine Shops zu groß starten: fünf Funnel, zehn Segmente, ein halbes Dutzend Tools. Das Ergebnis ist Chaos und kein Lerneffekt. Mein Rat ist unspektakulär und wirkt gerade deshalb: Nehmen Sie Ihr meistverkauftes Produkt, wählen Sie ein passendes Zusatzangebot und schalten Sie es als einfaches Post-Purchase-Offer. Nichts weiter.

Werten Sie nach einer Weile aus: Zusatzumsatz, AOV, Annahmequote und Retouren. Erst wenn diese Zahlen vorliegen, lohnt sich der nächste Schritt, also Segmentierung und Automatisierung. Der Gedanke, ein Funnel müsse von Anfang an perfekt sein, hält mehr Händler vom Start ab als jede technische Hürde. Ein mittelmäßiges Angebot, das läuft und Daten liefert, schlägt das perfekte Konzept in der Schublade.

— Thomas

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FAQ

Was versteht man unter einem Upsell?

Ein Upsell ist ein Angebot, das dem Kunden eine höherwertige oder umfangreichere Variante eines Produkts anbietet. Er erhöht den Bestellwert, ohne dass Sie einen neuen Kunden gewinnen müssen. Beim Post-Purchase-Upsell erscheint das Angebot direkt nach der Zahlung.

Was bedeutet „Funnel“ auf Deutsch?

Funnel heißt wörtlich „Trichter“. Im Marketing steht der Begriff für den Weg, den Interessenten bis zum Kauf gehen und bei dem sich die Zahl der Personen von Schritt zu Schritt verringert. Ein Upsell Funnel verlängert diesen Weg um Angebote rund um den Kaufabschluss.

Welche Beispiele gibt es für Upselling?

Typisch sind das größere Speichermodell zum gekauften Handy, die Jahresversion statt des Monatsabos oder ein Support-Paket zum digitalen Kurs. Als Cross-Sell gelten ergänzende Artikel wie Zubehör. Entscheidend ist, dass das Angebot zum Kauf passt.

Wann sollte ich Upsells im Checkout statt danach zeigen?

In der Regel erst nach dem Kauf, weil zusätzliche Entscheidungen im Checkout laut Baymard zu Frustration und Abbrüchen führen können. Einfache, nicht erzwungene Hinweise im Warenkorb sind weniger riskant. Ein A/B-Test mit Ihren eigenen Kunden schafft Klarheit.

Quellen

Empfehlungen