Order Bumps erhöhen mit minimaler Reibung den Umsatz pro Checkout: ein einfaches Zusatzangebot per Checkbox, direkt vor dem Kaufabschluss, ohne zweiten Bezahlvorgang. Richtig eingesetzt steigert diese Taktik den durchschnittlichen Bestellwert oft messbar, ohne die Konversion zu gefährden. Die restlichen Abschnitte liefern Benchmarks, eine Preisformel und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung.
Kurz gesagt:
- Order Bumps steigern den durchschnittlichen Bestellwert um 10 bis 30 Prozent, indem sie einen kostengünstigen Zusatz im Checkout anbieten.
- Die Akzeptanzrate liegt bei 15 bis 40 Prozent, wobei der optimale Preis zwischen 8 und 24 Euro für Produkte im 80-Euro-Warenkorb liegt.
- Für maximale Effektivität sollte das Angebot relevant, klar formuliert und visuell hervorgehoben sein, mit Platzierung zwischen Warenkorbübersicht und Zahlungsfeld.
- Das Testen nur einer Variablen gleichzeitig, mindestens zwei Wochen Laufzeit und die Dokumentation mit Fokus auf Akzeptanzrate sind entscheidend.
- Technisch lassen sich Order Bumps in Plattformen wie Funnel-Tunnel leicht konfigurieren, inklusive Sichtbarkeitsregeln und Tracking, sowie durch automatisierte Einrichtung beschleunigen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Order Bump? Mechanik und typische Formen
- Order Bump vs. Upsell: Zeitpunkt, Friktion und Einsatzszenarien
- Wie hoch ist die typische Akzeptanzrate bei Order Bumps?
- Best Practices: Copy, Bild, Platzierung und Testaufbau
- Technische Umsetzung: Welche Einstellungen ein Order Bump braucht
- Messen & Reporting: Welche Kennzahlen wirklich zählen
- Wie richten Sie Ihren ersten Order Bump konkret ein?
- Warum KMU Order Bumps priorisieren sollten
- Order Bumps in wenigen Minuten einrichten
- FAQ
Was ist ein Order Bump? Mechanik und typische Formen
Ein Order Bump ist ein Zusatzangebot, das im Checkout direkt vor dem Kauf erscheint, meist als einfache Checkbox unterhalb der Bestellübersicht. Der Kunde muss nur ein Kästchen anklicken. Es gibt keinen zweiten Bezahlvorgang, keine neue Seite, keinen zusätzlichen Klick auf einen Bestätigungsbutton. Genau diese Reibungslosigkeit unterscheidet den Bump von fast jeder anderen Verkaufstaktik im E-Commerce.
Typische Formen sehen Sie überall, sobald Sie einmal darauf achten:
- Physisches Zubehör, etwa eine Schutzhülle zum Smartphone oder Ersatzbatterien zum Spielzeug
- Digitale Erweiterungen wie ein zusätzliches E-Book, eine Vorlagensammlung oder ein Video-Kurs
- Garantieverlängerungen oder Prioritäts-Support als Serviceoption
- Ein kleineres, günstigeres Produkt aus dem gleichen Sortiment
Wichtiger als der Rabatt ist die Relevanz. Ein Bump, der thematisch exakt zum Hauptprodukt passt, schlägt fast immer ein günstigeres, aber unpassendes Angebot. Wer eine Kamera kauft, denkt in diesem Moment an Speicherkarten, nicht an Küchengeräte im Sonderangebot.
Order Bump vs. Upsell: Zeitpunkt, Friktion und Einsatzszenarien
Der Unterschied liegt vor allem im Timing. Der Order Bump erscheint im Checkout, bevor die Zahlung ausgelöst wird. Der Upsell folgt meist nach dem Kauf, auf einer eigenen Seite („Post-Purchase-Upsell“) oder erst beim nächsten Besuch.
Diese zeitliche Trennung entscheidet auch über die Friktion: Der Bump verlangt nur einen Klick innerhalb eines bereits laufenden Bezahlprozesses. Der Upsell braucht meist eine eigene Erklärung, oft sogar eine neue Zahlungsbestätigung.
Woran erkennen Sie, welche Taktik zu Ihrem Angebot passt?
- Preis: Bumps funktionieren am besten bei niedrigen, impulsiven Beträgen. Upsells vertragen höhere Preise, weil der Kunde mehr Bedenkzeit bekommt.
- Erklärungsbedarf: Braucht das Zusatzprodukt eine längere Begründung, gehört es auf eine Upsell-Seite, nicht in eine Checkbox.
- Funnel-Phase: Der Bump sitzt in der Conversion-Phase des Trichters, der Upsell direkt danach.
Viele erfolgreiche Shops kombinieren beides: einen einfachen, günstigen Bump im Checkout, gefolgt von einem größeren, erklärungsbedürftigen Upsell auf der Dankeseite. So holen Sie beide Kundentypen ab, die Spontankäufer und die, die eine kurze Überlegung brauchen. Mehr zur praktischen Umsetzung von Post-Purchase-Angeboten liefert der Leitfaden zum One-Click-Upsell für Shopify.
Wie hoch ist die typische Akzeptanzrate bei Order Bumps?
Order Bumps erreichen laut Branchenberichten und Plattformdaten häufig Akzeptanzraten zwischen 15 und 40 Prozent, abhängig von Angebot, Preis und Zielgruppe. Der durchschnittliche Bestellwert (Average Order Value, AOV) steigt dabei typischerweise um 10 bis 30 Prozent.
Zahlen zum Einordnen: Ein Shop mit 1.000 Bestellungen pro Monat und einem Warenkorb von 50 € kommt bei einer Akzeptanzrate von 25 % und einem Bump-Preis von 10 € auf 2.500 € zusätzlichen Umsatz im Monat, ohne einen einzigen neuen Kunden zu gewinnen.
- Die Relevanz des Angebots zum Hauptprodukt
- Der Preis im Verhältnis zum Warenkorb
- Die Klarheit der Copy und ob ein Bild vorhanden ist
- Die Position im Checkout (weiter oben schlägt meist weiter unten)
- Ob der Bump mobil genauso gut lesbar ist wie am Desktop
Bei der Preisfindung hat sich ein Sweet Spot von 10 bis 30 Prozent des Hauptpreises durchgesetzt. Liegt der Bump deutlich darüber, sinkt die Annahmequote spürbar, weil der Kunde im Checkout-Moment nicht neu rechnen will. Liegt er deutlich darunter, wirkt das Angebot oft zu klein, um überhaupt aufzufallen. Bei einem Hauptprodukt von 80 € bewegt sich ein guter Bump-Preis also zwischen 8 € und 24 €, je nach Produktkategorie.
Best Practices: Copy, Bild, Platzierung und Testaufbau
Ein Order Bump lebt und stirbt mit seiner Formulierung. Bewährt hat sich die 3R-Formel: Relevant, Reason, Reward. Das Angebot muss zum Hauptprodukt passen, einen klaren Grund für den Kauf jetzt liefern und einen greifbaren Nutzen benennen, etwa „Spart Ihnen 15 € gegenüber dem Einzelkauf“.
Konkrete Regeln, die in der Praxis funktionieren:
- Halten Sie die Beschreibung auf ein bis zwei Sätze. Lange Copy konvertiert im Checkout schlechter, weil der Kunde dort keine Lust auf Lesearbeit hat.
- Zeigen Sie ein Produktbild. Ein visueller Anker erhöht die Akzeptanz deutlich stärker als reiner Text.
- Heben Sie den Preis optisch hervor, am besten mit einem durchgestrichenen Vergleichspreis daneben.
- Platzieren Sie den Bump zwischen Warenkorbübersicht und Zahlungsfeld, nicht ganz unten, wo er leicht übersehen wird.
- Prüfen Sie die mobile Ansicht separat. Was am Desktop gut aussieht, wirkt auf dem Smartphone oft überladen.
- Beschränken Sie sich meist auf einen Bump pro Checkout. Zwei sind in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei sehr unterschiedlichen Produktkategorien, aber jede zusätzliche Option erhöht die Entscheidungslast und senkt tendenziell die Gesamtannahme.
Profi-Tipp: Testen Sie immer nur eine Variable gleichzeitig, entweder den Preis oder den Text, nie beides zusammen. Sonst wissen Sie am Ende nicht, welche Änderung den Unterschied gemacht hat.
Für den A/B-Test selbst reicht ein einfaches Design: eine klare Hypothese („Ein kürzerer Titel erhöht die Annahmequote“), eine einzige Kennzahl als Erfolgsmaß (die Akzeptanzrate) und eine Laufzeit von mindestens zwei bis vier Wochen, damit genug Bestellungen zusammenkommen. Auch bei der Formulierung von Handlungsaufforderungen lohnt sich ein Blick auf bewährte CTA-Prinzipien: kurzer Text, klarer Nutzen, sichtbare Hervorhebung.

Technische Umsetzung: Welche Einstellungen ein Order Bump braucht
Grundsätzlich gibt es drei Kategorien von Werkzeugen für Order Bumps: reine Checkout-Editoren, die als Plugin in ein bestehendes Shopsystem eingebaut werden, spezialisierte Erweiterungen für einzelne Plattformen und All-in-One-Systeme, die Checkout, E-Mail-Marketing und Reporting bereits gemeinsam mitbringen.
Unabhängig vom gewählten Werkzeug tauchen in der Praxis fast immer die gleichen Einstellungen auf, wie auch die Dokumentation zu Order Bumps in WooCommerce zeigt:
- Sichtbarkeitsregeln: Der Bump erscheint nur bei bestimmten Produkten oder Warenkorbwerten.
- Skip-if-in-Cart: Das Angebot wird ausgeblendet, wenn der Kunde das Produkt bereits im Warenkorb hat.
- Position: Oberhalb oder unterhalb der Zahlungsdaten, je nach Checkout-Layout.
- Limit pro Nutzer: Verhindert, dass derselbe Kunde den Bump mehrfach angezeigt bekommt.
Prüfen Sie die Ladezeit der Checkout-Seite nach dem Einbau des Bumps. Ein zusätzliches Element darf die Seite nicht merklich verlangsamen, sonst verlieren Sie an anderer Stelle mehr Umsatz, als der Bump einbringt. Achten Sie außerdem darauf, dass zusätzliche Tracking-Skripte für den Bump datenschutzkonform eingebunden sind.
Eine All-in-One-Plattform wie Funnel-Tunnel bringt fertige Checkout-Vorlagen und Support mit, sodass Sie diese Einstellungen ohne eigenes Entwicklerteam konfigurieren können.
Messen & Reporting: Welche Kennzahlen wirklich zählen
Vier Kennzahlen genügen für den Anfang. Die Akzeptanzrate zeigt, wie viel Prozent der Käufer den Bump annehmen. Der durchschnittliche Bestellwert zeigt die tatsächliche finanzielle Wirkung. Der Umsatz pro Besucher bildet ab, ob der Bump insgesamt zum Geschäftsergebnis beiträgt, nicht nur zur Einzelbestellung. Und die allgemeine Conversion Rate verrät, ob der Bump den Checkout-Abschluss insgesamt bremst oder unberührt lässt.
Segmentieren Sie diese Zahlen nach mindestens vier Kriterien:
- Produktkategorie, um zu erkennen, welche Bumps am besten funktionieren
- Traffic-Quelle, weil Besucher aus Anzeigen oft anders reagieren als organische Besucher
- Gerätetyp, da mobile Nutzer häufig anders klicken als Desktop-Nutzer
- Coupon-Nutzung, weil rabattierte Käufer seltener zusätzlich zugreifen
Ein einfacher CSV-Export pro Woche reicht völlig aus, um Trends zu erkennen. Dokumentieren Sie jeden A/B-Test mit Startdatum, getesteter Variable und Ergebnis in einer einzigen Tabelle. So sehen Sie nach ein paar Monaten auf einen Blick, welche Änderungen wirklich etwas gebracht haben und welche nur Bauchgefühl waren.
Wie richten Sie Ihren ersten Order Bump konkret ein?
- Wählen Sie das passende Add-on. Suchen Sie ein Produkt, das zum meistverkauften Artikel passt und einen klaren Zusatznutzen bietet, nicht einfach das, was noch Lagerbestand hat.
- Schreiben Sie eine Ein-Satz-Copy und setzen Sie den Preis. Formulieren Sie nach der 3R-Formel und legen Sie den Preis zwischen 10 und 30 % des Hauptpreises fest.
- Konfigurieren Sie die technischen Regeln. Aktivieren Sie Sichtbarkeitsbedingungen und die Skip-if-in-Cart-Regel, damit der Bump nicht doppelt oder unpassend erscheint.
- Starten Sie den A/B-Test. Definieren Sie vorher eine Hypothese, eine Laufzeit von mindestens zwei Wochen und die Akzeptanzrate als Hauptmetrik.
- Werten Sie nach 30 Tagen aus. Vergleichen Sie Akzeptanzrate und AOV-Veränderung, entscheiden Sie dann, ob Sie den Bump behalten, anpassen oder austauschen.
Wer diesen Ablauf einmal durchlaufen hat, wiederholt ihn meist pro Quartal mit einem neuen Produkt. Der Aufwand sinkt mit jeder Runde, weil die Grundeinstellungen bereits stehen.
Warum KMU Order Bumps priorisieren sollten
Order Bumps gehören zu den wenigen Marketingmaßnahmen mit hohem Hebel bei geringem Aufwand. Sie brauchen keinen neuen Traffic, kein zusätzliches Werbebudget, keine Wochen an Entwicklungszeit. Die ersten Quick-Wins liegen oft näher, als Unternehmer denken, meist im eigenen Sortiment, bei einem Produkt, das ohnehin schon fast immer zusammen mit einem anderen gekauft wird.
Der größte Fehler, den ich in der Praxis sehe: Shops testen einen Bump einmal, sehen mittelmäßige Zahlen und geben auf, statt eine einzige Variable zu ändern und es erneut zu versuchen. Wer stattdessen systematisch mit Vorlagen und klaren Regeln arbeitet, etwa über die Ressourcen von Funnel-Tunnel, gewinnt meist schon beim zweiten oder dritten Versuch spürbar an Umsatz. Fangen Sie mit einem einzigen, gut gewählten Bump an. Alles andere kommt später.
— Thomas
Order Bumps in wenigen Minuten einrichten
Funnel-Tunnel bündelt Checkout, Produktvorlagen, Reporting und Automatisierung in einer Plattform, statt dass Sie für jede Funktion ein eigenes Tool verwalten müssen. Genau das macht das Einrichten eines Order Bumps deutlich schneller: Sie legen das Zusatzangebot direkt im Checkout-Editor an, verknüpfen es mit fertigen Vorlagen aus dem Store und sehen die Akzeptanzrate anschließend im gleichen Dashboard, ohne Daten zwischen verschiedenen Systemen hin und her zu kopieren.

Wer kein eigenes Team für die Umsetzung hat, kann die Konfiguration auch komplett abgeben: Die Done4You-Option übernimmt Einrichtung und erste Tests für Sie, inklusive Support bei Rückfragen. Schauen Sie sich die Funnel-Tunnel-Plattform an und starten Sie mit Ihrem ersten Order Bump, bevor die nächste Checkout-Optimierung wieder auf der To-Do-Liste liegen bleibt.
FAQ
Was ist ein Order Bump?
Ein Order Bump ist ein Zusatzangebot direkt im Checkout, das der Kunde mit einem einzigen Klick per Checkbox hinzufügen kann, ohne einen zweiten Bezahlvorgang durchlaufen zu müssen.
Was unterscheidet einen Order Bump von einem Upsell?
Der Order Bump erscheint während des laufenden Checkouts und braucht nur einen Klick, während der Upsell meist erst nach dem Kauf auf einer eigenen Seite mit mehr Erklärung angeboten wird.
Was ist ein typisches Beispiel für einen Upsell?
Ein klassisches Beispiel ist das Angebot einer größeren Produktvariante oder eines Jahresabos statt eines Monatsabos direkt nach dem Kaufabschluss auf der Dankeseite.
Wie funktionieren Order Bumps in WooCommerce technisch?
In WooCommerce lassen sich Order Bumps über Sichtbarkeitsregeln, eine Skip-if-in-Cart-Funktion und feste Positionen im Checkout konfigurieren, wie die offizielle Dokumentation beschreibt. Plattformen wie Funnel-Tunnel bieten ähnliche Einstellungen direkt im eigenen Checkout-Editor.
